| Jason Ricci & New Blood (USA) bluesharp |
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Jason Ricci gibt äußerlich so etwas wie den wilden Punker mit halbseitiger, roter Pumuckelfrisur. Musikalisch ist er ein Tausendsassa allerbester Güte: Stilistisch deckt er die Bereiche, ja, eben von Punk über Rock, diversen Bluesarten bis zum Jazz ab. Und das tut der junge Mann mit solcher Überzeugung und Inbrunst, als gäbe es kein Morgen. Was Jason Ricci dem kleinen Instrument Harp an Tönen entlockt, ist für einen Normalsterblichen kaum nachvollziehbar. Ok, die Instrumente mögen modifiziert sein, eine Batterie Effektgeräte für ungewöhnliche Sounds sorgen, am Ende steht aber die Person, die „spielerisch“ damit umgeht. Jason lässt die Harmonika singen, winseln, jaulen, zerren, brachial laut, zerbrechlich leise: Ein Meister der Variation im Ausdruck. Hier klingt das unerhört frisch und neu, dort wieder archaisch und klassisch, zurück zu den Wurzeln eines Little Walters eben. Oder darf’s ein wenig Chopin oder Beethoven sein? Oder die akustische Wandlung der kleinen Harmonika in ein ausgewachsenes Akkordeon für ein instrumental im Walzertakt? Alles das ist möglich dank der Technik und Jason Ricci’s Spielfertigkeit. Gesanglich verfügt Jason über ein mächtiges Volumen, auch her ist er absolut stil- und treffsicher. Im Timbre erinnert er immer wieder an Jim Morrison selig. Vor allem beim Song «As Long As I Have You», der durchaus ein bislang unentdeckter Doors Song sein könnte. Unterstützt wird Jason von seiner Spitzenband, allen voran Shawn Starsky aka „Guitarski“ an der Fender Stratocaster. Wieder eins dieser riesigen Talente an den sechs Saiten aus dem schier unerschöpflich scheinenden Pool US- amerikanischer Gitarristen. Im Rhythmus- wie im Solospiel sicher und äußerst varianten- wie ideenreich. Am Fender Jazz Bass Todd "Buck Weed" Edmunds, ein Bassmann allererster Güte, das beweist er im Begleitspiel wie in den drei bis vier Soloeinlagen, für die er seine Zeit und seinen Raum bekommt. Last but not least: Ed Michaels am Schlagwerk. Er trommelte bereits für Alvin Youngblood Hart. Mit ihm komplettiert sich diese Viererbande, sein Spiel sorgt für den nötigen Drive, immer mit guten Ideen und präzise pulsend wie ein gut geöltes Uhrwerk. Diese Band ist keine Glamour- Showtruppe und nur auf Effekte und Gimmicks aus, sie arbeitet körperlich hart für ihre Musik. Das hörbare Ergebnis trägt dem Rechnung. Kein Titel ist hier unter zehn Minuten, die Jungs geben alles und alles, was und wie sie es geben, ist schlichtweg klasse. Großes Konzertkino. Fazit: Jason Ricci & New Blood ist immer eine kleinere, mittlere oder auch längere Reise wert, darum unbedingt nicht verpassen (Text 2009 Tony Mentzel) www.jasonricci.com |




